Finanz-, und Rechtsinformationen

Anfangskosten

Neben dem Preis der Immobilie selbst muss der Käufer folgende Steuern zahlen:

  • Mehrwertsteuer ("impuesto sobre el valor añadido", kurz IVA), deren Satz beim Kauf einer Immobilie 7% des Immobilienwerts beträgt.
  • Vermögensübertragungssteuer ("impuesto sobre transmisiones patrimoniales", kurz ITP), deren Satz beim Kauf von Wiederverkaufsimmobilien 7% des in der Eigentumsurkunde angegebenen Werts beträgt.
  • Beurkundungssteuer ("impuesto sobre actos jurídicos documentados", kurz IAJD), deren Satz gegenwärtig 1% des in der Eigentumsurkunde angegebenen Werts beträgt.
  • Bodenwertzuwachssteuer ("impuesto sobre el incremento de valor de los terrenos de naturaleza urbana", auch "plusvalía" genannt), die auf die Wertsteigerung des Grund und Bodens erhoben wird.

Das Grundbuchamt ("Registro de la Propiedad") erhebt von Ihnen eine Gebühr für die Eintragung der neuen Urkunde auf Ihren Namen. In der Regel sind dies rund € 450. Für Ausfertigungen der öffentlichen Urkunde ("escritura pública") werden außerdem Notarsgebühren fällig. Die Höhe dieser Gebühren ist in einer Gebührenordnung festgelegt und hängt von dem in der Urkunde angegebenen Preis ab. Insgesamt sollten Sie zwischen 10% und 12% des Kaufpreises für Kosten veranschlagen. Beachten Sie aber, dass diese Kosten etwas höher ausfallen können, wenn Sie eine Hypothek aufnehmen.

Jährliche Kosten

Es gibt drei jährlich zu entrichtende Steuern:

  1. Grundsteuer ("impuesto sobre bienes inmuebles", kurz IBI, auch "contribución" genannt) mit kommunalen Steuersätzen. Bei Wiederverkaufsimmobilien ist der Voreigentümer verpflichtet, Ihnen Kopien der Zahlungsnachweise für diese Steuer auszuhändigen.
  2. Vermögenssteuer ("impuesto sobre el patrimonio") mit niedrigem Steuersatz, die jährlich auf der Grundlage des Werts Ihrer Vermögensgegenstände zu zahlen ist.
  3. Einkommensteuer ("impuesto sobre la renta") für Immobilieneigentümer, die nicht in Spanien ansässige Ausländer auf der Grundlage des Steuerwerts der Immobilie bezahlen müssen.

Wenn Sie eine Eigentumswohnung in einer Wohnanlage gekauft haben, werden auch jährliche Gemeinschaftskosten ("gastos de comunidad") fällig, d.h. die Kosten für die Instandhaltung der Gemeinschaftsbereiche und -einrichtungen wie Swimmingpool, Garten usw.

Rechtliche Fragen

Alle Immobilien in Spanien werden im Grundbuch eingetragen. Darin ist genau vermerkt, wer der Eigentümer der Immobilie ist, die genaue Größe der Immobilie und ob Hypotheken usw. auf ihr lasten. Nur die in der Eigentumsurkunde genannten Personen sind berechtigt, die Immobilie zu verkaufen.

Versicherungen

Eine Feuerversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn eine Hypothek aufgenommen wird. Zum Schutz Ihres Hauses und Hausrats kann eine umfassende Haushaltsversicherung abgeschlossen werden. Sie sollten aber auf jeden Fall sorgfältig das Kleingedruckte lesen, damit Sie genau wissen, was durch die Versicherung abgedeckt ist. Als Sicherheit für die Hypothekenzahlungen im Todesfall kann eine Lebensversicherung abgeschlossen werden.

Steuervorteile für Immobilieneigentümer

Die Einkommensteuer für Immobilieneigentümer ist eine jährliche Steuer auf den Steuerwert der Immobilie und beträgt 0,5% des Katasterwerts (Grundbuchwert).

Die Vermögensteuer gilt für jedes Vermögen in Spanien und beträgt 0,2% des Urkundenwerts eines Hauses. Für Ansässige sind die ersten € 150.000 des Vermögenswerts steuerfrei, bei gemeinsamem Eigentum gilt dies für jeden Partner. Diese beiden Steuern sind jährlich zu zahlen, solange Sie Eigentümer sind.

Nichtansässige haben keinen Anspruch auf den Freibetrag, sondern müssen jedes Jahr 0,7% des Katasterwerts bezahlen.

Sollten Sie die Immobilie verkaufen, wird auf den Gewinn, den Sie erzielen, Kapitalertragsteuer erhoben. Der Steuersatz beträgt 18% sowohl für Ansässige als auch für Nichtansässige, denen die Immobilie mehr als ein Jahr gehört hat. Ein weiterer Vorteil für Ansässige ist, dass Sie, wenn Sie über 65 Jahre alt sind und mindestens drei Jahre als Ansässiger in Ihrem Eigenheim gewohnt haben, vollständig von der Kapitalertragsteuer befreit sind.

Regelungen für Wohnungseigentümergemeinschaften

Wenn Sie eine Eigentumswohnung gekauft haben, werden Sie stimmberechtigtes Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft ("comunidad de propietarios"). Dies gilt nicht, wenn es sich um eine alleinstehende Villa auf eigenem Grundstück handelt, die nicht Teil einer Eigentümergemeinschaft ist.

Einfuhr von persönlichem Besitz

Bürger der Europäischen Union sind von allen Einfuhrzöllen auf Hausrat befreit.

Nicht-EU-Bürgern, die nach Spanien kommen, um hier ihren offiziellen Wohnsitz zu nehmen, räumt die spanische Regierung das einmalige Recht ein, ihren Hausrat und persönlichen Besitz zollfrei einzuführen.

Anmelden oder Touristenstatus behalten?

Ausländer können sich als Touristen bis zu 90 Tage legal in Spanien aufhalten. Jeder, der sich länger als 183 Tage im Jahr in Spanien aufhält, gilt jedoch als Steuerinländer (d.h. steuerlich gesehen als Ansässiger) und muss eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen, sofern nicht die Befreiung von der Aufenthaltsgenehmigungspflicht auf ihn anwendbar ist. Die Anforderungen und Befreiungen für Bürger von EU-Mitgliedstaaten ändern sich ständig, um den Prozess zu vereinfachen.

Steuerliche Auswirkungen

Wenn Sie sich in einem Kalenderjahr länger als 183 Tage in Spanien aufhalten, sind Sie dort dem Gesetz nach auch einkommensteuerpflichtig, und zwar unabhängig davon, ob dort Ihr Wohnsitz angemeldet ist oder nicht. Wenn Sie Ihren Wohnsitz nach Spanien verlegen, wird dort für Ihre Einkünfte in aller Welt Einkommensteuer fällig. Doppelbesteuerung wird jedoch durch internationale Abkommen verhindert.

Testament

Es ist überraschend, wie wenig Menschen ein Testament errichtet haben, um über ihr Vermögen im Todesfall zu verfügen. In Spanien leben viele Ausländer fortgeschrittenen Alters. Es kann zu internationalen Verwicklungen kommen, wenn Sie kein eigenes spanisches Testament errichtet haben. Wir empfehlen Ihnen daher sehr, entsprechende Rechtsberatung einzuholen, wenn Sie Vermögen in Spanien erwerben oder nach Spanien übertragen.

Ihr Select Homes Spanien-Vertreter berät Sie gerne unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Umstände.

Diese zusammenfassenden Hinweise beruhen auf unserem Verständnis des aktuellen Immobilien- und Finanzrechts in Spanien und sind weder erschöpfend noch verbindlich. Im Zweifelsfall sollte fachlicher Rat in Anspruch genommen werden. Wir haften nicht für etwaige Irrtümer oder Auslassungen. Alle individuellen persönlichen und finanziellen Umstände gelten nur für die betreffenden Personen.

Besondere Wünsche

Haben Sie spezielle Wünsche oder Anforderungen? Senden Sie uns eine Liste mit Ihren Wünschen und wir werden Sie, sobald wir eine Immobilie, die alle Ihre Wünsche erfüllt zu finden kontaktieren.

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